GGE

Haushaltsrede 2026 der Jungen Liste

Haushaltsrede 2026 von Dr. Maximilian Ganslmeier

Sehr geehrter Herr Landrat,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Johann Wolfgang von Goethe hat einmal geschrieben:
„Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun.“

Genau darum geht es auch in diesen Zeiten und beim vorliegenden Haushalt.

Es reicht nicht, die angespannte Lage zu beschreiben.

Es reicht nicht, auf steigende Belastungen hinzuweisen.

Wir müssen daraus die richtigen Schlüsse ziehen.

Sparen, sparen, sparen ist das Gebot der Stunde. Gleichzeitig wollen wir als Junge Liste nicht, dass der Landkreis bewährtes und sinnvolles einstampft oder sich zurückentwickelt. Wir wollen weiterhin Politik machen, um die Dinge und das Leben der Menschen im Landkreis zu verbessern:

 

Für uns als Junge Liste ist deswegen klar, wir müssen mit den vorhandenen Ressourcen besser wirtschaften und das geht nur, wenn wir effektiver werden: Konkret heißt das:

Nicht mehr Landkreis darf das Ziel sein, sondern ein besserer Landkreis.

 

Wir sind genau dafür 2020 angetreten und freuen uns heute, dass wichtige Ziele wurden erreicht wurden – freilich nicht von uns alleine, sondern in Zusammenarbeit mit Ihnen allen und natürlich der Umsetzung durch Landrat und Verwaltung, aber wir verstehen uns als Junge Liste immer als Ideen- und Stichwortgebern und haben folgende Ziele erreicht:

Erstens: die engere Zusammenarbeit mit der Stadt Landshut.

Was lange als kaum vorstellbar galt, ist heute Realität. Aus dem von der Jungen Liste initiierten Regionalausschuss ist echte gemeinsame Verantwortung entstanden. Mit der Klinikfusion ist seit dem 1. Januar 2026 ein Schritt gelungen, den wir als Junge Liste schon lange gefordert haben und der anfangs noch belächelt wurde. Stadt und Landkreis tragen die medizinische Versorgung nun gemeinsam weiter.

Allen Beteiligten, besonders Oberbürgermeister Putz, Landrat Dreier sowie den Vorständen in den Kliniken, gilt unser Dank für die Umsetzung in bemerkenswert kurzer Zeit.

Jetzt kommt es darauf an, Kompetenzen zu bündeln, Doppelstrukturen abzubauen und die Standorte durch Spezialisierung so zu stärken, dass am Ende die Bürger unterm Strich von einem besseren Angebot profitieren, wir als Arbeitgeber durch weitere Professionaliserung und Spezialisierung attraktiver werden und wir als Träger unsere Defizite reduzieren.

Zweitens: der Beitritt zum MVV.
Auch hier waren wir von Anfang an klar dafür. Während andere nach der ersten Phase schon wieder aussteigen wollten, haben wir für die zweite Phase geworben und Überzeugungsarbeit geleistet. Seit dem 1. Januar 2026 gehören Stadt und Landkreis Landshut offiziell zum Münchner Verkehrsverbund. Der MVV ist Profi in Sachen Mobilitätsangebot. Das ist ein Fortschritt für unsere Region, für Pendlerinnen und Pendler und für die Anbindung an den Ballungsraum München. Mit der Landshuter 8 verbessern wir auch das Busangebot. Aber auch hier gilt: Mehr Angebot ist nicht automatisch besseres Angebot. Wenn Verbindungen nicht angenommen werden, dürfen wir nicht dauerhaft warme Luft in Bussen herumfahren. Mobilität muss sich am Bedarf orientieren. Enge Evaluation und ggf. auch Angebote wieder zurückfahren.

Drittens: generationengerechte Finanzen.
Das war für uns immer ein Kernanliegen. Wir wollen keine Politik auf Kosten der nächsten Generation machen. Deshalb haben wir wichtige Investitionen mitgetragen, gerade bei den weiterführenden Schulen und beruflichen Schulen. Gute Bildungsinfrastrukur ist eine zentrale Aufgabe des Landkreises. Kritischer waren und sind wir dort, wo Schulden in Kommunalunternehmen verlagert werden und damit weniger sichtbar werden. Die Vorteile solcher Konstruktionen kennen wir. Aber Transparenz bleibt für uns entscheidend. Ebenso wichtig ist uns, die Gemeinden bei der Kreisumlage nicht zu überlasten. Und wir brauchen bald auch eine ergebnisoffene Analyse und Ausarbeitung eines Nutzungskonzepts für das alte Landratsamt – ohne Denkverbote, mit nüchterner Prüfung von Nutzung, Vermietung oder Verkauf.

Für uns steht dieser Haushalt deshalb für drei Dinge:
Weniger Ausweitung, mehr Konzentration.
Weniger Wunschliste, mehr Priorität.
Und den Mut, Notwendiges vom Wünschenswerten zu unterscheiden.

Dafür danken wir Herrn Brandstetter und der Kämmerei für die sorgfältige Ausarbeitung, ebenso Herrn Landrat Dreier, Herrn Poesze und der gesamten Verwaltung.

Auch wenn es noch nicht der Abschied ist, weht doch ein Hauch davon durch diese Haushaltssitzung. Lieber Herr Landrat Dreier, wir danken Ihnen für die stets konstruktive und wertschätzende Zusammenarbeit in den vergangenen sechs beziehungsweise zwölf Jahren. Diese Zeit war sicher alles andere als langweilig. Das Amt des Landrats reicht vom Radwegebau über die Kliniken bis zur Bewältigung der Konsequenzen weltweiter Krisen.

Wir waren nicht immer einer Meinung. Aber wir hatten immer das Gefühl, dass Sie uns als kleine Fraktion ernst genommen haben. Kein Anliegen, das wir aus der Bürgerschaft an Sie herangetragen haben, war Ihnen zu klein, um sich darum zu kümmern.

Zwei Dinge imponieren mir persönlich besonders: Ihr unermüdlicher Einsatz in der Corona-Pandemie für unsere Krankenhäuser, die Erkrankten und die Bevölkerung – und Ihre konsensuale Art, Politik zu machen. Beides stiftet Sicherheit und führt Menschen zusammen.

Dafür danken wir Ihnen, gratulieren allen neu gewählten Kreisräten, besonders Veronika Maier, Maximilian Hagn und Benedikt Hillinger, die die Junge Liste und die Junge Generation in den nächsten sechs Jahren im Kreistag vertreten werden.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.